09.07.2011: Demonstration "Mehr Personal in Gesundheitseinrichtungen"

Im Sommer 2011 veranstaltete die Initative für menschenwürdige Pflege eine NRW-weite Demonstration unter dem Motto "Mehr Personal in Gesundheitseinrichtungen!".
Circa 1000 Teilnehmer erlebten einen lauten und fröhlichen Demonstrationszug, sowie eine bewegte Kundgebung mit vielen interessanten Redebeiträgen.




31.03.2011: Konferenz "Gute Arbeit - gute Pflege - gute Besserung - Teil II" Vorbereitung einer Demonstration im Sommer 2011

Auf der Konferenz stellten wir den Aufruf für eine Demonstration am 09. Juli 2011 in Köln endgültig fertig.
Dieser Aufruf kann von unserer Homepage heruntergeladen, ausgedruckt und verteilt werden.



30.11.2010: Konferenz „Gute Arbeit – gute Pflege – gute Besserung“
Aktionen gegen Pflegenotstand, Personalmangel und Budgetdeckel im Jahr 2011

Auf der Konferenz wurden Aktionen im Jahr 2011 mit mehreren Arbeitnehmervertretungen diskutiert. Es wurde vorgeschlagen, wie im Jahr 2008, eine regionale Demonstration im Raum Köln/Bonn durchzuführen und sie NRW-weit bekannt zu machen.
Dazu soll im März 2011 eine erneute Konferenz von BR/PR/MAVen durchgeführt werden. Ein genauer Termin steht mittlerweile fest, der 31.03.2011 (10-15 Uhr) im Hörsaal des Krankenhaus Holweide, Kliniken der Stadt Köln.

09.11.2010: 1 Jahr schwarz-gelbe Gesundheitspolitik:
(mehr) „Freiheit“ und Wettbewerb auf unsere Kosten?

Referentin: Katharina Böhm

Frau Böhm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Politikwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe – Universität Frankfurt/Main
Wir haben 1 Jahr nach der Bundestagswahl Bilanz gezogen:

Wie hat die CDU/FDP-Regierung die Gesundheitspolitik verändert? Was plant sie für die Zukunft? Will sie weiterhin die Kopfpauschale durchsetzen? Wird die gesetzliche Krankenversicherung als Sozialversicherung abgeschafft? Werden die Krankenkassen in private Versicherungsunternehmen umgewandelt? Was wird aus den Krankenhäusern? Bleibt der „Deckel“? Was können wir, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für ein soziales Gesundheitswesen und bessere Arbeitsbedingungen tun?

02.02.2010: Veranstaltung in der Caritas Akademie Köln zum Thema "Pflegenotstand - Auswege aus der Misere"


Das Pflege-Förderprogramm nach Krankenhausentgeltgesetz hat die Arbeitsbedingungen der Pflegenden bisher nur unwesentlich verbessert. Nicht alle Arbeitgeber nutzen die neuen gesetzlichen Möglichkeiten. Die Steigerung der »Fallzahlen« schwächt die positiven Wirkungen des Programms ab. Das Angebot an erfahrenen Pflegekräften ist knapp. Die Ausbildungskapazitäten sind zu gering.
Viele Gesundheitseinrichtungen können deshalb eine sichere, gute Pflege kaum noch gewährleisten.
Es ist Aufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen, Auswege aus dieser Lage zu suchen und zu finden. Welche Rolle spielen dabei die Arbeitnehmervertretungen? Was wollen sie bewirken? Was können sie bewirken in einer Zeit tiefer Finanz – und Wirtschaftskrise?
Unser Seminar beleuchtet unter verschiedenen Aspekten die Arbeitssituation, Berufsperspektive und Handlungsmöglichkeiten der Pflegenden und ihrer betrieblichen Interessenvertretungen.

Referenten und Inhalte:


Prof. Dr. Michael Simon (FH Hannover): Das Ausmaß der gegenwärtigen Unterbesetzung im Pflegedienst der Krankenhäuser

Burkhardt Zieger (DBfK Nordwest): Die Auswirkungen des Pflege-Förderprogramms im ersten Anwendungsjahr

Gerd Dielmann (ver.di – Bundesvorstand): »Neue Arbeitsteilung« im Gesundheitswesen – Auswirkungen auf die Pflegeberufe

Werner Schell (Pro Pflege-Selbsthilfenetzwerk): Pflegesituation in Krankenhäusern aus Patientensicht (leider kurzfristig ausgefallen)

Christian Specht (Initiative für menschenwürdige Pflege): Vom Aktionsbündnis zur „Rettung der Krankenhäuser« zu einem Aktionsbündnis zur »Rettung der professionellen Pflege«?

Anschließend Podiumsdiskussion mit Gerd Dielmann (ver.di), Burkhardt Zieger (DBfK), Michael Kehren (komba), 1 Vertreter/in der Caritas, Juan Bellaescusa (Pflegelehrer) und Richard Zimmer (KGNW).

Patienten in Gefahr?
Ergebnisse einer Umfrage zum Ausmaß gefährlicher Pflege im Jahr 2009


Anfang 2009 haben wir in 9 Krankenhäusern und psychiatrischen Einrichtungen aller Versorgungsstufen und aller Trägerarten (privat, konfessionell, öffentlich) eine Umfrage zum Ausmaß gefährlicher Pflege in unserer Region durchgeführt.
3000 Fragebögen wurden verteilt, wir erhielten 928 ausgefüllte Bögen zurück.
Das Ergebnis offenbart dringenden Handlungsbedarf: In allen Einrichtungen gelten Pflegestandards, nur noch 4,3 % der Befragten können sie jederzeit einhalten. Patienten gefährdende „gefährliche Pflege“ ist Arbeitsalltag geworden:
Fast die Hälfte der Befragten gibt an, Lagerungen zur Dekubitusprophylaxe „immer“, „häufig“ oder „regelmäßig“ nicht durchführen zu können. Noch häufiger wird auf lebensnotwendiges Atemtraining verzichtet.
Die Unterstützung dementer oder hilfsbedürftiger Patienten kann oft nicht gewährleistet werden. Aber auch bei akutem Handlungsbedarf, z.B. bei starken Schmerzen oder septischen Zuständen, ist rechtzeitige Hilfe nicht sicher. Nur jede/jeder 5. Schließt „unangemessenes Verhalten“ gegenüber Patienten aus. 4 von 5 Befragten beklagen, dass sie nicht genügend Zeit für Gespräche mit Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen haben. Nur 6% können rechtzeitig jedem Klingelruf folgen.
Die Aufweichung pflegerischer Mindeststandards ist Folge eines Stellenabbaus, der in 12 Jahren mehr als 50 000 Stellen, jede 7. Stelle in der Pflege, gekostet hat. Politischer und gewerkschaftlicher Druck haben Bundestag und Bundesrat zum Gegensteuern veranlasst.
Ob das gesetzliche Pflegeförderprogramm, das zum Aufbau von 15.000 bis maximal 20.000 Stellen führen könnte, den Abwärtstrend stoppen kann, ist offen, angesichts steigender Leistungsumfänge jedoch unwahrscheinlich.
Nach seriösen Schätzungen (z.B. Prof. Simon, FH Hannover) liegt der tatsächliche Bedarf an zusätzlichen Pflegestellen eher bei 70.000 Stellen, also um ein Vielfaches höher als im Pflegeförderprogramm angenommen.

Demonstration am 17.05.2008


Am 17. Mai 2008 führten 30 Arbeitnehmervertretungen (Betriebsräte, Personalräte und Mitarbeitervertretungen aus Gesundheitseinrichtungen der Region Köln) in Köln eine Demonstration und Kundgebung „für menschenwürdige Pflege“ durch.
Mehr als 1.000 Demonstrantinnen und Demonstranten aus Krankenhäusern, Altenheimen, Rehazentren und psychiatrischen Einrichtungen bewiesen, dass Pflegende, entgegen verbreitetem Vorurteil, inzwischen durchaus bereit sind, öffentlich für ihre Interessen einzustehen.